Hassliebe 3D
26. Oktober 2011Wir erinnern uns zurück: Im Jahr 2009 sollte James Camerons Science Fiction-Film Avatar – Aufbruch nach Pandora zum erfolgreichsten Blockbuster aller Zeiten werden – sogar noch vor dessen kommerziellem Bestwerk Titanic. In der entsprechenden Oscar-Season wurde der Film als Top-Favorit gehandelt und gewann sogar drei der begehrten Trophäen. Beim Publikum kam Avatar sowieso hervorragend an. Doch das wirkliche Vermächtnis des Filmes ist nicht etwa der kommerzielle oder künstlerische Triumph, sondern die Pionierarbeit, die er im Bereich der 3D-Technik lieferte.
Heute rangiert Avatar – Aufbruch nach Pandora in unzähligen Hitlisten auf Platz 1, so etwa in der Topliste der 3D-Filme auf Blu-ray von Verleihshop. Aber warum eigentlich? Seien wir doch mal ehrlich: Das, was Avatar inhaltlich zu bieten hat, haben vor ihm schon Der mit dem Wolf tanzt, Last Samurai und Pocahontas vorgemacht. Wieso versetzten James Camerons blauhäutige Aliens die ganze Welt in Staunen?
3D lautet das Stichwort. Avatar hat die Art, wie wir Filme gucken, revolutioniert. Der Streifen hat gezeigt, dass es abseits von High Definition, Widescreen, Ton und Farbe noch andere Dinge gibt, die unser Sehverhalten beeinflussen können. Dazu zählt auch der stereoskope 3D-Effekt, den seither renommierte Regisseure als zusätzliches Stilmittel erkannt und entsprechend umgesetzt haben. Nach Avatar folgten Filme wie TRON: Legacy, Alice im Wunderland und viele andere, die das räumliche Element hervorragend zu integrieren wussten. Und selbst Flops wie M. Night Shyamalans Die Legende von Aang wurden nachträglich in die dritte Dimension konvertiert, um dem Wunsch des Publikums gerecht zu werden – sehr zum Nachteil der filmischen Qualität, wohl gemerkt.
Doch selbst über die Grenzen der Filmwelt hinaus konnte Avatar ein Exempel statuieren: Seit 2009 boomt der Markt der 3D-TV-Geräte und Videospielhersteller wie Sony und Nintendo fingen bereits an, ihre Konsolen Playstation 3 und Nintendo 3DS mit 3D-Technik auszustatten, um ihrem Publikum ein besseres Spielerlebnis bieten zu können.
Doch die Medaille hat auch eine Kehrseite: So schön der 3D-Effekt bei Film und Videospiel auch ist, die Klagerufe der Zuschauer werden lauter. Kopfschmerzen, tränende Augen, unkomfortable Brillen lauten in den meisten Fällen die Argumente gegen die neue Form des Kinos. Und auch Branchengrößen wie etwa Regisseur Christopher Nolan (The Dark Knight, Inception) stellen sich gegen 3D und plädieren für die konventionelle Form der Unterhaltung. Mittlerweile geht die Anti-3D-Debatte sogar so weit, dass der Trend zur dritten Dimension zu versiegen droht.
Ob das gut oder schlecht ist muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht jedoch eines: Filme wie zum Beispiel Avatar – Aufbruch nach Pandora oder TRON: Legacy profitieren tatsächlich von den Vorteilen des 3D-Kinos. Warum nicht also einen Mittelweg finden? Es wäre ja schließlich kein Problem, solche Filme in 3D UND 2D laufen zu lassen, sodass sich jeder genau das ansehen kann, was er will.
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